Flugzeug-Traum-Phänomen

Das Foto stammt von einer Flugschau auf unserem Regionalflughafen, die vor ein paar Jahren stattfand. Etwas mulmig war mir dabei schon...
In den letzten Jahren hat es nachgelassen, aber seit meiner Kindheit träumte ich immer wieder von abstürzenden Flugzeugen, obwohl ich nie eines in Wirklichkeit hatte abstürzen sehen. Diese Träume liefen so ab, dass ich ein schon qualmendes und brennendes Flugzeug am Himmel nahe des Horizonts sah, das immer tiefer sank und irgendwann auf dem Boden explodierte. Eigenartigerweise hatte ich nie Angst, ich war immer in sicherer Entfernung und es war immer tagsüber.

Als ich in Berlin 1991 bis 1994 in Berlin wohnte, machten die startenden und landenden Flugzeuge bei Tegel und Tempelhof mächtig Eindruck auf mich. Angst machten sie mir nicht, aber ich hatte im Hinterkopf immer den Gedanken, dass sie abstürzen könnten.

2009 sah ich den Spielfilm "Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei" (mit Heino Ferch und Bettina Zimmermann), der von der Berlin-Blockade 1948/1949 handelt, das erste Mal. Die Szenen, die zeigten, dass es in Berlin während der Luftbrücke zu Flugzeugabstürzen kam, überwältigten mich emotional. Ich heulte Rotz und Wasser bei den entsprechenden Szenen; ich wusste nicht, warum! Da ich nicht nah am Wasser gebaut bin und mir das, wenn überhaupt, in Filmen nur bei Happy Ends passiert, wunderte ich schon darüber.

Ich wollte herauszufinden, wie viele "Rosinenbomber" während der Berlin-Blockade tatsächlich abstürzten. Im Stadtgebiet Berlin war es jedoch nur ein Flugzeug!

>> zu einer Liste aller Flugzeugabstürze während der Berliner Luftbrücke

 


Rosinenbomber-Abstürze auf einer größeren Karte anzeigen

 


Das bewog mich wiederum, den Film "Die Luftbrücke" genauer unter die Lupe zu nehmen. Wenn das eine schon nicht stimmte, dann gab es vielleicht mehrere Fehler. Ich sollte Recht behalten!

>> zur Filmkritik "Die Luftbrücke"

Aber bleiben wir beim Thema. Vielleicht hängen meine Flugzeug-Absturz-Träume nur damit zusammen, dass ich die meiste Zeit meines Lebens (außer der Zeit in Berlin)  in der Nähe eines kleinen Regionalflughafens wohnte und auch immer noch wohne. Gerade habe ich mal auf Google Maps nachgemessen: die Luftlinie zwischen dem Tower bzw. Beginn der Landebahn und unserem jetzigen Haus beträgt gerade mal 2,6 km. Zu meinem Elternhaus sind es ungefähr 4,3 km.

Auf unseren Flughafen war ich schon immer etwas stolz, er ist in einer Stadt mit ca. 46.000 Einwohnern keine Selbstverständlichkeit! Leider gibt es seit Anfang 2012 keinen Linienflugverkehr mehr.

In einem Super8 Filmchen wollte ich damals in Berlin meine Flugabsturz-Angstgefühle verarbeiten:

Frau (ich) steigt spaßeshalber auf das Dach des gegenüberliegenden Hauses Ackerstraße 150/151, in dem sie zur Miete wohnt. Erst schaut sie sich um, genießt die Aussicht - plötzlich, sieh' selbst - und stürmt panikartig ins Haus zurück und jagt beim Überqueren des Hinterhofs auch noch die Haus- und Hofkatze "Pasolino" vor sich her...

Die Szene mit dem Flugzeugsturz ins Haus in dem Film "Garp und wie er die Welt sah" hat mich als 18-Jährige schon sehr beeindruckt und habe sie nicht vergessen:

Am 18. Juni 2010 stürzte ein Rosinenbomber (Typ Douglas DC-3) beim Start auf dem Flughafen Schönefeld ab! Alle überlebten - 7 Leichtverletzte!
http://www.bild.de/flugzeugabsturz-berlin-schoenefeld-rosinenbomber