Letzte Änderung:
08.05.2017, 11:10
Login    
  Unsere Homepage - bunt, philosophisch, phantasievoll, experimentell

Sitemap
Druckansicht

Funktioniert nur auf deutsch!




 

 

Rosinenbomber-Abstürze

Ungefähre Orte der 20 Flugzeugabstürze während
der Berlin-Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949



Rosinenbomber-Abstürze auf einer größeren Karte anzeigen


Hier die Abstürze in chronologischer Reihenfolge:


1. bei Königstein/Taunus
8. Juli 1948 gegen 23.30 Uhr
Ort:  4-5 km nordwestlich von Königstein/Taunus am bewaldeten Hang des Steinkopfes  zerschellt und explodiert

Zeugenaussage (Revierförsterei Königstein):
"Ich stand an meinem Schlafzimmerfenster und blickte gerade Richtung Steinkopf, als ich plötzlich den Aufschlag und die Explosion der Maschine hörte."

Flugzeug: US Air Force, Douglas C-47 Skytrain

3 Tote


2. Berlin-Friedenau
25. Juli 1948 kurz nach Mitternacht
Ort: in Berlin-Friedenau (Handjery-Straße 2)
Flugzeug: US Air Force, C-47

2 Tote


3. nahe Ravolzhausen bei Hanau
24. August 1948 gegen 7.30 Uhr
Ort: in der Nähe von Ravolzhausen (heute Ortsteil von Neuberg nördlich von Hanau)
Flugzeuge: US Air Force, zwei Douglas C-47 Skytrain stoßen in der Luft zusammen.

1. Flugzeug Zeugenaussage:
"... crashed about 100 yards south of Ravolzhausen..."

2. Flugzeug Zeugenaussage:
Zeugenaussage:
"This plane hit the ground on or about 400 – 500 yards from me (that means on or about 1 km north-west of Ravolzhausen)."

Das war übrigens der einzige Luftzusammenstoß zweier Flugzeuge!

4 Tote


4. und 1. britischer Absturz:
beim Start am Flughafen Wunstorf bei Hannover

19. September 1948 nachts
Zeit: 19. September 1948 nachts
Ort: Beim Start in Wunstorf - ein Triebwerk fiel aus und die Besatzung konnte das Flugzeug nicht unter Kontrolle halten
Flugzeug: Royal Air Force, Avro York

5 Tote


5. nahe Rhein-Main-Flughafen
18. Oktober 1948 um 5.39 Uhr
Ort: nahe Rhein-Main-Flughafen, 3 km nördlich von Neu-Isenburg, ca. 100 – 200 m östlich der B 3 zwischen Neu-Isenburg und Frankfurt-Sachsenhausen.
Die Trümmerteile wurden im Umkreis von mehreren 100 Metern verstreut.

Zeugenaussage: "I live about 80 to 100 meters from where the C-54 aircraft crashed this morning, three km north of Neu-Isenburg..."

Flugzeug: US Air Force, Douglas C-54 Skymaster

3 Tote


6. nahe Lübeck
17. November 1948
Ort: in der Nähe von Lübeck in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone - kein Zugang zu genaueren Angaben)
Flugzeug: Royal Air Force, Douglas Dakota (RAF-Bezeichnung der C-47)

4 Tote


7. südwestlich von London
23. November 1948 um 17:12 Uhr
Ort: nahe Conholt Park in der Nähe von Chute, Wiltshire (südwestlich von London) - kein Zugang zu genaueren Angaben
Flugzeug: Avro Lancastrian Tanker bei Überführung zur Wartung

7 Tote


8. nahe Faßberg
5. Dezember 1948 um 23.13 Uhr
Ort: nahe Faßberg (im Süden der Lüneburger Heide)
Das Flugzeug startete in Richtung West und stürzte unmittelbar nach dem Start während einer Rechtskurve knapp nordwestlich der Startbahn ab.
Flugzeug: US Air Force, Douglas C-54 Skymaster

3 Tote


9. südlich von Königstein/Taunus
11. Dezember 1948 um Mitternacht
Ort: 1 Meile (ca. 1,6 km) südlich von Königstein/Taunus
Flugzeug: US Navy, R-5D (US Navy Bezeichnung der Douglas C-54)

1 Toter, 6 Überlebende


10. auf dem Weg nach Burtonwood/England
7. Januar 1949 um 16.40 Uhr
Ort: auf dem Weg nach Burtonwood/England 5,5 miles (ca. 8,8 km) nordöstlich von Garstang nördlich von Liverpool

Augenzeuge 1: "... crashed into a 1700 foot hill located 38 miles (ca. 60 km) north of Burtonwood."
Augenzeuge 2: "... I heard the noise of a very low airplane, I looked up to see which way it was coming but could not see anything or any lights owing to mist and low cloud, the sound was coming from Calder Vale direction and was making straight for Higher Wyresdale direction. (…) After it went over I had not walked 10 yards when there was a blinding red flash which lit all up, from the direction of the top of Stake House Fell …"

Flugzeug: US Air Force, Douglas C-54 Skymaster

6 Tote


11. östlich des Rhein-Main-Flughafens
12. Januar 1949 kurz nach Mitternacht
Ort: 1 ¾ Miles (ca. 2,8 km) östlich des Rhein-Main-Flughafens

Zeugenaussage:  "… we were driving down the road between Neu Isenburg and Mitteldick (Anm.: Das ist die Richtung nach Zeppelinheim) we saw a large flash about a mile ahead of us. It appeared to be right over the road…"

Flugzeug: US Air Force, Douglas C-54 Skymaster

3 Tote


12. östlich von Faßberg
18. Januar 1949 um 19.19 Uhr
Ort: ca. 12,8 km östlich von Faßberg
Flugzeug: US Air Force, Douglas C-54 Skymaster

1 Toter


13. 5 km südöstlich vom Flughafen Lübeck-Blankensee
24. Januar 1949
Ort: bei Schattin ca. 5 km südöstlich vom Flughafen Lübeck-Blankensee, zwischen Flugplatz Lübeck-Blankensee und Schönberg/Mecklenburg in einem Waldstück 500 m genau südlich der Ortschaft Schattin und nahe dem Grenzfluss Wankenitz in der damaligen SBZ.

Zeugenaussage: "… crashed in the woods near Spitzberg bei Schattin..."

Dies ist der einzige Royal Air Force-Unfall, zu dem es ausführlichere Daten gibt!

Flugzeug: Royal Air Force, Douglas Dakota

8 Tote, zwei Schwerverletzte


14. bei Langensalza
4. März 1949 um 16.59 Uhr
Ort: 4,8 km nordnordwestlich von Langensalza (damals Sowjetische Besatzungszone)
Flugzeug: US Air Force, Douglas C-54 Skymaster geriet auf dem Flug von Wiesbaden-Erbenheim nach Berlin in Brand

Augenzeuge: "crashed and burned three mile North-Northwest of Langenslaza (Anm.: so der Originaltext, gemeint ist natürlich Langensalza)"

1 Toter


15. nahe Berlin-Gatow
Zeit: 15. März 1949
Ort: nahe Berlin-Gatow (kein Zugang zu genaueren Angaben)
Flugzeug: zivile Chartergesellschaft, Avro York

3 Tote


16. nahe Schleswig-Land
21. März 1949
Ort: nahe Schleswig-Land (kein Zugang zu genaueren Angaben)
Flugzeug: zivile Chartergesellschaft, Handley Page Halton

3 Tote


17. nahe Lübeck
22. März 1949
Ort: nahe Lübeck in der damaligen SBZ
(kein Zugang zu genaueren Angaben)
Flugzeug: Royal Air Force, Douglas Dakota

3 Tote


18. nördlich von Tegel
30. April 1949
Ort: ca. 32 km nördlich von Tegel
(kein Zugang zu genaueren Angaben)
Flugzeug: zivile Chartergesellschaft, Handley Page Halton

4 Tote


19. nahe Rathenow
12. Juli 1949 um 1.17 Uhr
Ort: nahe Rathenow 3,2 km südöstlich von Klietz (zwischen Rathenow und Stendal) an der heutigen B 107

Augenzeuge (Offizier): "After interrogation at Gatow, they gave us permission to search and pin-point the wreckage. (…) located the wreckage about 2 miles SE of Klietz..."

Flugzeug: US Air Force, Douglas C-54 Skymaster unterwegs von Celle nach Berlin-Gatow

3 Tote


20. beim Start in Tegel
16. Juli 1949
Ort: beim Start direkt auf der Startbahn in Berlin-Tegel
Flugzeug: Royal Air Force, Handley Page Hastings

5 Tote


Missglückte Landungen

Freitag, der 13. August 1948 (Black Friday)

Ort: Berlin/Tempelhof
Eine C-54 landete aus Versehen auf der gerade im Bau befindlichen zweiten Landebahn auf dem Flughafen Tempelhof.
Folge: Flugzeug stark beschädigt, Besatzung unverletzt
Die nächste C-54 konnte nicht vor dem Ende der Landebahn zum Stehen gebracht werden, rutschte in den Graben vor dem Tempelhofer Damm und ging in Flammen auf.
Keine Toten

5. Februar 1949
Ort: Flughafen Oberpfaffenhofen
Flugzeug: R5D der US Navy Squadron VR-8
Das Flugzeug hatte sich vor dem Start auf Rhein-Main einen Reifen schwer beschädigt und konnte vor der Landung in Tempelhof das Fahrgestell nicht ausfahren. Da weder Tempelhof noch Rhein-Main eine Bauchlandung auf einen ihrer Bahnen zulassen wollte, wurde die R5D nach Oberpfaffenhofen umgeleitet.
Keine Toten


Todesopfer am Boden
(kommen nicht in der Karte oben vor)

1.
2. Oktober 1948: auf der Rhein-Main Air Base fährt ein Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr in den Propeller einer C-54, 1 Toter

2.
29. Oktober 1948: in Berlin-Tegel wird der Fahrer einer Planierraupe von seinem Gerät überrollt, 1 Toter

3.
8. Dezember 1948: auf dem Flugplatz Berlin-Gatow wird ein Pilot einer zivilen Chartergesellschaft von einem unbekannten Lastwagen überrollt, 1 Toter

4.
15. Januar 1949: in Schleswig-Land kollidiert nachts eine Hastings der RAF mit dem Servicefahrzeug einer britischen zivilen Chartergesellschaft, 4 Tote

5.
11. März 1949: in Berlin-Gatow gerät nachts ein deutscher Polizist in den Propeller einer RAF York, 1 Toter

6.
9. April 1949: in Berlin-Tegel verunglückt ein deutscher Transportarbeiter,
1 Toter

Quellen:
Die Rosinenbomber - Die Berliner Luftbrücke 1948/49, ihre technische Voraussetzungen und deren erfolgreiche Umsetzumg
Wolfgang J. Huschke
2008 Berliner Wissenschafts-Verlag
2., verbesserte und erweiterte Auflage

dazu Angaben von Dr. Wolfgang J. Huschke (bisher unveröffentlicht)

 

Als Jahrgang 1970 bin ich mit der Nachkriegszeit und den Rosinenbombern nicht in Berührung gekommen, auch in meiner Verwandtschaft ist da niemand.

Warum mich die Flugzeugabstürze während  der Zeit der Berliner Luftbrücke trotzdem interessierten, lesen Sie hier.

Mal wieder fand ich im Internet keine genauen Informationen über Ort und Zeit der Abstürze und holte mir entsprechende Literatur aus der Stadtbücherei.

In dem Film "Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei" wird dem Zuschauer durch entsprechende Szenen suggeriert, dass während der Blockade Hunderte von Flugzeugen abstürzten oder abstürzen drohten, und das auch noch über Berlin. Noch mehr Unstimmigkeiten im Film lesen Sie hier.


      Powered by CMSimple_XH